Geldanlage in Platin?

Platin hat im Gegensatz zu Silber und Gold noch keine lange Tradition als vom Menschen begehrtes Edelmetall. Noch im 17. Jahrhundert wurde Platin als lästiges Beiprodukt der Goldgewinnung in den spanischen Kolonien Südamerikas wieder achtlos in den Fluss zurückgeworfen. Seither hat jedoch die wirtschaftliche Bedeutung des Edelmetalls beständig zugenommen. Vor allem im Hochtechnologie-Bereich kommt dieses äußerst widerstandsfähige Material häufig zum Einsatz. So wird Platin für die Herstellung von Katalysatoren, medizinischen Implantaten, Thermoelementen, Laserdruckern und vielem mehr benötigt.

Für die Schmuckherstellung findet es dagegen nur begrenzt Abnehmer, denn Platin ist schwieriger zu verarbeiten als Gold und Silber. Außerdem ist Platin eineinhalbmal so teuer wie Gold und 75-mal wertvoller als Silber. Die ersten Platinmünzen wurden in Russland geprägt. Damals waren die Münzen noch recht unbeliebt, da Platin mit seiner unscheinbaren grau-weißen Farbe rein äußerlich viel billigeren Metallen ähnelt. Will man heutzutage Platinmünzen kaufen, hat man bereits eine beträchtliche Auswahl. Einzelne Prägungen sind jedoch aufgrund der hohen Nachfrage bisweilen schwierig zu erhalten. Zu den beliebtesten Platinmünzen zählen der Koala aus Australien, der Panda aus China, der kanadische Maple Leaf und der us-amerikanische American Eagle. Anders als bei Gold- und Silbermünzen gibt es wenige historische Sammlerstücke. Personen, die gegenwärtig Platinmünzen kaufen, denken vielmehr an eine sichere Geldanlage. Da Platin zu den seltensten Edelmetallen auf der Erde zählt, wird der Erwerb von Platinmünzen wohl nicht zu Unrecht immer beliebter. Ein Wermutstropfen für Platinliebhaber ist jedoch die 19-prozentige Mehrwertsteuer, die beim Kauf von Barren oder Münzen fällig wird.

Beim Verkauf erhält der Privatkunde dann nur noch den Nettopreis, also den Preis abzüglich der Mehrwertsteuer. Für eine kurzfristige Geldanlage ist die Anlage in Platin daher nur bedingt zu empfehlen, langfristig gesehen macht sich die Mehrwertsteuer bei der Rendite weniger bemerkbar. Man kann auf vielfältige Art Platinmünzen kaufen. Der Sicherheitsaspekt sollte aber immer im Vordergrund der Überlegungen stehen. Plumpe Fälschungen mag vielleicht ein Laie noch erkennen, bei gewieften Betrügereien schützt dagegen nur die Expertise durch Profis. In Folge der langen Edelmetall-Baisse zum Ende des letzten Jahrhunderts haben immer mehr Banken den Edelmetall-Handel für Privatkunden eingeschränkt oder gar vollkommen eingestellt. In der Marktlücke sind jüngst zahlreiche neue Anbieter entstanden. Traditionelle Münzhändler, die hauptsächlich im Sammlermarkt aktiv waren, werben für den Münzkauf als Geldanlage. Im Internet versuchen sich diverse Spezialanbieter zu etablieren. Einer der wichtigsten Edelmetallhändler ist die Firma pro aurum, die einen stationären Handel in München, Berlin, Bad Homburg, Wien und Zürich sowie einen umfangreichen Versandhandel im Internet betreibt.

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